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Technische Verarbeitungshinweise

Möglichkeiten der Lastableitung (Lagesicherung von Dächern)

Ausführliche Informationen siehe Flachdachhandbuch 6, Kapitel 10.2 

Lagesicherung durch Verklebung

Für verklebte Dachaufbauten muss der Untergrund ausreichend fest und tragfähig sein. Er muss für eine gute Klebehaftung geeignet sein. Gegebenenfalls ist ein Haftgrund aufzutragen.

Bei der Kaltverklebung sind die Herstellerangaben der zu verwendenden Produkte zu beachten.

Die Abreißfestigkeit jeder einzelnen Lage oder Schicht und die Eigenfestigkeit der Klebstoffverbindung müssen so groß sein, dass die Windlasten lagesicher abgeleitet werden können.

Lagesicherung durch Verklebung von Dächern und Schichten für Gebäude mit Höhen von
max. 25 m:

  Heißverklebung Kaltverklebung
mit Bitumen
(je ca. 100 g/Streifen)
PUR-Kleber

(je ca. 40 g/Streifen)
Fläche: 10 % 2 Streifen/m 3 Streifen/m
Innenrandbereich: 20 % 3 Streifen/m 4 Streifen/m
Außenrandbereich: 30 % 3 Streifen/m 5 Streifen/m
Eckbereich: 40 % 4 Streifen/m 6 Streifen/m

Beim Einsatz von PUR-Kleber zur Lagesicherung von Dachaufbauten ist die vorgeschriebene Menge gleichmäßig auf mehrere Streifen pro Meter zu verteilen, um eine gleichmäßige Krafteinleitung in die Unterkonstruktion zu gewährleisten. Die Anzahl der Streifen ist abhängig von der Gebäudehöhe (max. 25 m) und der Einteilung der Dachflächenbereiche. Detaillierte Informationen sind in den „Technische Regeln - abc der Bitumenbahnen“ sowie in den Produkt-Datenblättern zu finden.

Polyurethan-Kleber kommt zur Verklebung von Bitumenbahnen oder Hartschaum-Dämmung auf bauüblichen Untergründen zum Einsatz:

  • Stahlprofilblech
  • Beton
  • Porenbeton
  • Holzwerkstoffen
  • Gebundenen Perlite-Schüttungen
  • Abdichtungen
  • Dampfsperren

Die Beschaffenheit der zu verklebenden Flächen muss eine Kontaktfindung ermöglichen, hierzu müssen die folgenden Voraussetzungen beachtet werden:

  • Der gereinigte Untergrund muss fest und frei von losen Teilen, Staub, Fett und Öl sein
  • Die zu verklebenden Flächen müssen ausreichend rau sein. Auf glatten Oberflächen, wie z. B. PE- oder PET-Folien, ist die Verklebung im Allgemeinen nicht ausreichend
  • Wasserpfützen sind abzutrocknen
  • Hohe Temperaturen beschleunigen das Aushärten des Klebers. Es bildet sich eine feste Oberfläche auf dem Klebstoff und die Verklebung der Schichten untereinander ist dann unzureichend
  • Zu geringe Temperaturen erschweren die Dosierung des Klebers. Die Behälter sind gegebenenfalls vor dem Gebrauch zu erwärmen
  • Um reagieren zu können benötigt PU-Kleber Feuchtigkeit. Eine zu geringe Luftfeuchtigkeit kann die Reaktion stören bzw. verzögern

Die aufzuklebenden Bahnen und Dämmstoffe sind bis zum Ausreagieren des Klebers ausreichend zu beschweren.

Wärmedämmung ist auf geneigten Flächen gegen Abrutschen zu sichern.

Bei Gebäudehöhen über 25 m, bei exponierter Lage sowie bei Gebäuden in Windzone 4 muss ein objektbezogener Einzelnachweis geführt werden. Abhängig von der Lage und den Abmessungen des Objektes kann mit erhöhten Mengen Icopal-PUR-Kleber noch eine ausreichende Lagesicherheit erreicht werden. Dieser Einzelnachweis wird als Service-Leistung von Icopal erstellt.
 

Verklebung durch THERM-Technologie mit SYNTAN®-Sicherheitssystem

Icopal entwickelt 1987 mit den THERM-Bahnen die optimale Lösung für die streifenweise Verklebung. Die Elastomerbitumenbahnen sind unter-, ober- oder beidseitig mit profilförmigen Streifen versehen.

Der Flächenanteil der unterseitig aufgebrachten schmalen, nur 1 cm breiten, unterbrochenen Power-THERM-Streifen beträgt rund 50 %.

Bei dem oberseitig aufgebrachtem THERM-Profil, gewährleisten die THERM-Streifen eine dauerhafte Verklebung des Dämmstoffes.

Die oberseitigen breiten THERM-Streifen sind ohne Unterbrechung aufgebracht. Ihr Flächenanteil beträgt ca. 60 %.

Die THERM-Streifen sind über die gesamte Deckfläche einer Bahn verteilt. Sie entwickeln bei und nach der Verarbeitung eine enorme Klebkraft. Diese wurden von Prüfinstituten in Windabhebeversuchen auf unterschiedlichen Untergründen ermittelt:

Die dynamische Abzugfestigkeit beträgt:

  • auf bituminösem Untergrund 6.600 N/m²
  • auf Stahlprofilblech-Untergrund 3.900 N/m²

Bei objektbezogenen Berechnungen zur Windsogsicherung können diese Ergebnisse als Rechenwert angesetzt werden.
 

Lagesicherung durch mechanische Befestigung

Bei Gebäuden bis 25 Meter Höhe kommen die Tabellen der Fachregeln - Flachdachrichtlinien -, Anhang I, des ZVDH, die „Technische Regeln für die Planung und Ausführung von Abdichtungen mit Polymerbitumen- und Bitumenbahnen - abc der Bitumenbahnen“ des vdd sowie die geltende Norm zum Tragen. Objektbezogene Einzelnachweise sind möglich.

Die Länge der Schrauben richtet sich nach der Dicke des Dachschichtenpaketes und dem Untergrund:

Stahlprofilblech: Dachschichtenpaket + 20 mm
Holz: Dachschichtenpaket + 40 mm
Beton: Dachschichtenpaket + 60 mm
Porenbeton: Dachschichtenpaket + 60 mm

Die mechanische Befestigung von Dachabdichtungen findet vorzugsweise bei Stahltrapezblechen oder bei Unterkonstruktionen aus Holz und Holzwerkstoffen Anwendung. Die Befestigung kann als lineare Befestigung (punktweise mit Einzelbefestigern) oder als Linienbefestigung (mit durchlaufenden Metallbändern) erfolgen.

Mechanische Befestigungselemente müssen für den jeweiligen Verwendungszweck geeignet sein. Bei der Anordnung sind sie gleichmäßig zu verteilen.

Die Anzahl der zu verwendenden Befestiger ergibt sich aus den ermittelten Windlasten, der Ausführungsart und der Bemessungslast der Befestiger. Es sollen mindestens zwei Befestiger pro m² verwendet werden.

Erfolgt die mechanische Befestigung von Bitumenbahnen durch Nagelung, haben sich folgende Abstände der Nagelreihen bewährt: (siehe Tabelle, Lagesicherung durch mechanische Befestigung mit Schrauben oder Nägeln Flachdachhandbuch 6, Kapitel 10.2.2 

Lagesicherung durch Auflast

Auf Unterkonstruktionen, auf denen eine Verklebung oder eine Befestigung der Dachabdichtung nicht möglich aber gewünscht ist, sind Auflasten erforderlich. Auflasten können wie folgt hergestellt werden:

  • Gesteinsschüttung aus Kies der Körnung 16/32 mm, Mindestdicke im Einbauzustand 50 mm (siehe Tabelle, Lagesicherung durch Auflast, Flachdachhandbuch 6, Kapitel 10.2.3)
  • Dachbegrünungen mit ausreichendem Flächengewicht im trockenen Zustand
  • Plattenbeläge aus Betongehwegplatten oder gleichwertige Platten, mindestens 400 mm x 400 mm x 40 mm
  • Rasengittersteine auf Schutzlage verlegt und mit Kies verfüllt
  • Betonplatten aus Ortbeton oder vorgefertigt, Ausführung nach statischen Erfordernissen, Einzelgröße der Platten bis max. 2,5 m x 2,5 m, auf Schutz- oder auf zweilagiger Trennschicht (Gleitschicht) verlegt.

In Rand- und Eckbereichen können bei Schüttgütern Verwehungen auftreten. Dort empfiehlt sich die Verlegung von Platten, Pflastersteinen oder eine Kombination aus Kiesschüttung und Platten bzw. Rasengittersteinen.
 

Besonderheiten bei der Befestigung vorhandener Dachschichten

Bei der Sanierung und Instandsetzung von Dachflächen muss in Voruntersuchungen, die in der DIN 18531 und in den Flachdachrichtlinien vorgeschrieben sind, festgestellt werden, ob der der vorhandene Dachaufbau ausreichend lagesicher ist. Eine Differenzierung zwischen neu zu erstellenden Bauwerken und der Erneuerung bei bestehenden Gebäudeteilen wird in keinem Regelwerk vorgenommen.

Falls bei den Untersuchungen Zweifel aufkommen, ist der vorhandene Dachaufbau zusätzlich oder mit dem neu zu erstellendem Dachaufbau mit mechanischen Befestigungselementen zu sichern oder Auflast aufzubringen.
 

Objektbezogener Einzelnachweis

Durch die Vielzahl der Einflussfaktoren und Besonderheiten, die es bei der Bemessung der Lagesicherheit von Dächern und Dachabdichtungen gibt, ist es ratsam Fachkräfte und Statiker bei der Beurteilung von Windlasten auf Gebäude und Bauteile hinzuzuziehen.
Wenn von den oben aufgeführten Pauschalregeln abgewichen wird, müssen objektbezogene Einzelnachweise erstellt werden.

Dies gilt insbesondere für:

  • Gebäude über 25 m Höhe
  • Gebäude in exponierter Lage
  • Gebäude mit Innendruck
  • Freistehende Dächer
  • Gebäude mit abgerundeten und/oder abgeschrägten Traufbereichen
  • Gebäude, die als schwingungsanfällig einzustufen sind
  • Dächer mit mehr als 5 Grad Dachneigung
  • Dächer und Gebäude in Windzone 4
  • Hintereinander angeordnete Bauteile z. B. Sheddächer
     

Maßnahmen bei Horizontalkräften

Bei Unterkonstruktionen aus Stahltrapezblech und auf nagelbaren Untergründen müssen Dachabdichtungen am Dachrand, an aufgehenden Bauteilen, an Bewegungsfugen, an Lichtbändern und an Lichtkuppeln zur Sicherung gegen Windkräfte und zur Aufnahme horizontaler Kräfte zusätzlich mechanisch befestigt werden.

Auf massiven oder nicht nagelbaren Untergründen ist diese zusätzliche Befestigung zu empfehlen.

Die Befestigung kann als lineare Befestigung punktweise mit 3 bis 4 Einzelbefestigern pro Meter oder als Linienbefestigung mit durchlaufenden Metallbändern erfolgen. Dabei soll der Abstand der Schrauben oder Nägel 20 bis 25 cm betragen.

Wenn die Lagesicherung der Dachabdichtung insgesamt mit mechanischen Befestigungselementen erfolgt, so darf auf eine zusätzliche Randfixierung verzichtet werden.

Diese Befestigungen sind nur dann voll wirksam, wenn sie in oder unmittelbar über der Dachabdichtungsebene vor dem Übergang zu senkrechten oder geneigten Flächen angeordnet werden. Das Einbinden oder Einklemmen der Abdichtung in Randprofile oder unter Dachrandabdeckungen sind nicht ausreichend um Horizontalkräfte aufzunehmen.
 

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